Aktuelles

11.08.2015
  •  
  •  

Modernisieren statt Reparieren – Digitalisierung erfordert grundsätzlichen Wandel bei Umgang mit Infrastrukturen in Deutschland

Funktionell stehen alle unsere Infrastrukturen aktuell durch den Einsatz von IK-Technologien vor einem tiefgreifenden Wandel, durch den Synergieeffekte zwischen ihnen geschaffen und noch besser genutzt werden können. Deutlicher kann nicht beschrieben werden, wo es dringend Handlungsbedarf gibt. Wie können vorherrschendes Silodenken aufgehoben und bereichsübergreifende Denkmuster gefördert werden? Muss „Digital“ Amtssprache werden, damit sich die Akteure verstehen und voneinander lernen können? Auf dem Fachsymposium des MÜNCHNER KREIS und des Forschungsverbund Intelligente Infrastrukturen und Netze in Zusammenarbeit mit der Metropolregion Rhein-Neckar diskutierten am 24. und 25. Juni in Heidelberg Wissenschaft, Politik und Wirtschaft unter der Überschrift „Neues Denken und Handeln für Infrastrukturen“ die offenkundigen und zukünftigen Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Basisinfrastrukturen Verkehr, Gesundheit, Energie, Verwaltung, Bildung und Kommunikation. Ist Konvergenz in diesen Bereichen mehr als ein Schlagwort? Und wie können übergreifende Synergiepotenziale genutzt werden, um den vom Fraunhofer-ISI geschätzten gesamtwirtschaftlichen Nutzen von ca. 55,7 Milliarden Euro auch tatsächlich realisieren zu können?

Die Versorgungsbasisinfrastrukturen Verkehr, Gesundheit, Energie, Verwaltung, Bildung und Kommunikation sind ein entscheidendes Fundament unserer Gesellschaft: Mit dem größten Gesamtbudget und Arbeitsplatz-Reservoir im Staat baut darauf das gesamte tägliche Leben, das Gemeinwohl und die Wirtschaft auf. Nicht nur, dass wir eminenten Handlungsbedarf zur Erhaltung bestehender Infrastrukturen haben; alle diese Infrastrukturen werden durch digitale Technologien einem fundamentalen Wandel unterzogen und damit Planung, Funktionalität, Prozesse und Arbeitsplätze grundlegend verändert. Diese Prozesse dürfen in und zwischen den oben genannten Domänen nicht weiterhin isoliert, unabgestimmt und ohne ein umfassendes Systemverständnis fortgeführt werden.

Die tiefgreifenden Vorteile, die die vertikale und horizontale Konvergenz der Infrastrukturen mit Hilfe der IK-Technologien induziert, werden erst mit dem neuen Systemdenken in verbundenen Infrastrukturen erkenn- und realisierbar. Effizienz sowie volks- und betriebswirtschaftlicher Nutzen durch den IKT-Einsatz stellen einen ebenso wichtigen Impuls für das Umdenken und Handeln dar wie die Verantwortung dafür, die Infrastrukturen langfristig als verbundene Plattformen für zukünftige, darauf aufbauende Funktionen und Dienste zu entwickeln und die Perspektive, mit „Made in Germany für Infrastrukturen“ weltweite Produkt- und Leistungsakzente zu setzen.